LINKSHÄNDIGKEIT


DOMINANZ DER HÄNDIGKEIT BEI KINDERN


Oft zeigt sich bei den Kindern vor der Schule ein wechselnder Handgebrauch. Hierbei genügt es nicht, nur die Graphomotorik der Kinder zu trainieren. Es sollte sehr sorgfältig die Händigkeit geprüft werden, denn eine zu schnelle Festlegung auf eine eventuelle Rechts- oder Linkshändigkeit kann für die Betroffenen sehr schwerwiegende Folgen haben. Die Händigkeit bestimmt sich durch die Lage des motorischen Zentrums im Gehirn. Wenn die Kinder mit der nicht dominanten Hand das Schreiben erlernen, kann es zu nachfolgenden Primärfolgen kommen:


  • Gedächtnisstörungen (besonders beim Abrufen der Lerninhalte)

  • Konzentrationsschwierigkeiten (schnelle Ermüdbarkeit)

  • Lese-Rechtschreib-Störungen

  • Raum-Lage-Labilität (Links-Rechts-Unsicherheit)

  • feinmotorische Störungen (z.B. im Schriftbild)

  • Sprachauffälligkeiten (Stammeln bis zum Stottern).

(Quelle: Dr. Johanna Barbara Sattler, erste deutsche Beratungsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder, München)


Aufmerksam sollte man werden, sobald die Kinder sich in der Schule beim Schreiben  verweigern oder mit Wutausbrüchen reagieren, wenn sie die Buchstaben nicht nach ihren Vorstellungen auf die Linien schreiben können. Außerdem muss man reagieren, wenn eine bestimmte Schreibrichtung nicht eingehalten wird oder die Buchstaben und Zahlen längere Zeit gespiegelt werden.

Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, warum sich bei den Kindern die Händigkeit nicht ausprägen kann. Aufgrund einer ausführlichen Händigkeitstestung und einem Anamnesegespräch ist oftmals eine genauere Einschätzung möglich oder es können weitere Fördermaßnahmen besprochen werden.


Zur Zeit wird ein Gruppenangebot für linkshändige Kinder erarbeitet, bei denen sie das Malen und Schreiben mit der linken Hand erlernen können. Bei ihnen ist es notwendig die Blattlage und die Stifthaltung anzupassen, damit sie später das Geschriebene nicht verwischen und eine lockere Handschrift, wie die Rechtshänder, entwickeln können.


Es werden Vorträge und Gruppenangebote zum Thema Linkshändigkeit angeboten. Für weitere Informationen klicken sie bitte hier.




HÄNDIGKEITSUNSICHERHEITEN BEI ERWACHSENEN


Bei den Erwachsenen zeigt sich ein etwas komplexeres Bild, da neben den Primärfolgen auch zusätzliche Sekundärfolgen auftreten können, die die Umsetzung der täglich anfallenden Tätigkeiten deutlich erschweren können. Dies kann so weitreichende Folgen haben, dass z.B. Probleme bei der Ausübungn des erlernten Berufs auftreten können.
Zu den Sekundärfolgen zählen:
  • Minderwertigkeitskomplexe

  • Unsicherheit

  • Zurückgezogenheit

  • Überkompensation durch erhöhten Leistungsdruck
  • Verhaltensprobleme

  • Trotzhaltung
  • emotionale Probleme mit neurotischen und/oder psychosomatischen Symptomen
  • Störungen im Persönlichkeitsbild.
          (Quelle: Dr. Johanna Barbara Sattler, Erste deutsche Beratungsstelle für Linkshänder
           und umgeschulte Linkshänder, München)


Aus den Erfahrungen zeigt sich, dass viele Betroffene den Eindruck haben, den Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein und ständig gegen einen inneren Widerstand arbeiten zu müssen. Vor allem, wenn sehr exakt und schnell gearbeitet werden muss, bedeutet dies oft eine Überforderung, wenn die nicht dominante Hand die feinen, zu koordinierenden und genauen Tätigkeiten mit einem hohen Tempo umsetzen muss.


Es treten aber auch Probleme auf, wenn später sehr viel handschriftlich (z.B. im Studium) dokumentiert werden muss oder Klausuren über mehrere Stunden stattfinden. Dann ist es für die Betroffenen schwer, über diese gesamte Zeit die notwendige Konzentration aufzubringen und die möglichen Leistungen entsprechend abzurufen. Dies endet nicht selten in Frustration und Unsicherheit, da man eigentlich in der Lage ist, bessere Ergebnisse zu erzielen.


Auch bei den Erwachsenen wird eine Händigkeitstestung durchgeführt. Die Anamnese ist aber länger, da zusätzlich der berufliche Werdegang von Bedeutung ist. Danach werden unter Berücksichtigung der Wünsche des Betroffenen die weiteren Fördermöglichkeiten aufgezeigt.




Ausbildung zur zertifizierten Linkshänderberaterin nach der Methode von

Dr. Johanna Barbara Sattler,
Erste deutsche Beratungsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder, München.


Die Fortbildung findet in verschiedenen Modulen statt, die absolviert werden müssen. Am Ende der Ausbildung müssen eine praktische sowie zwei schriftliche Ausarbeitungen abgegeben und vorgestellt werden.

Nach fünf Jahren muss das Zertifkat mit einer praktischen und einer ausführlichen, schriftlichen Ausarbeitung erneuert werden.