ERGOTHERAPIE BEI ERWACHSENEN


Bei Erwachsenen wird die Ergotherapie aufgrund von Erkrankungen oder durch Probleme nach Unfällen verordnet.


Aufgrund von Erkrankungen bei unterschiedlichsten Krankheitsbildern kann es oft zu nachfolgend aufgeführten Beeinträchtigungen kommen:


  • aktive und passive Bewegungsstörungen,

  • Störungen der Fein- und Grobmotorik,

  • Sensibilitätsstörungen,

  • Störungen von koordinierten Bewegungen,

  • Störung der Kraftdosierung,

  • Störung der kognitiven Leistungsfähigkeit,

  • Störung der Schreibmotorik.


Oft muss die Beweglichkeit wieder angebahnt werden, wenn z.B. Lähmungen oder Bewegungsstörungen vorliegen. Dies wird durch passive, aber auch durch assistiv geführte Bewegungsübungen umgesetzt, um die aktive Beweglichkeit wieder zu erreichen.

Wenn aktive Bewegungen nicht mehr nach dem normalen Muster durchgeführt werden können, kommt es oft zu pathologischen Bewegungsmustern die gehemmt werden müssen, damit die normalen Bewegungen wieder neu gebahnt und koordiniert werden können.

Außerdem muss die Feinmotorik gefördert werden, damit Gegenstände wieder ergriffen und festgehalten werden können. Dies ist wichtig, um die Tätigkeiten des täglichen Lebens eigenständig zu bewältigen oder den Beruf weiter ausüben zu können.

Des öfteren kommt es aufgrund der Erkrankungen zu Sensibilitationsstörungen, die Mißempfindungen, Probleme bei der Wärmeregulierung oder Einschränkungen der Greiffunktionen nach sich ziehen können. Hier kommt es vor allem auf die Desensibilisierung der betroffenen Partien an.


Bei Traumata kommt es oft zusätzlich zu Narbenbildungen, die eine Einschränkung der Beweglichkeit zur Folge haben können. Hier ist es notwendig, das Narbengewebe zu desensibilisieren, zu lockern, Kontrakturen zu verhindern und Schmerzen zu lindern.


Außerdem kommt es durch Erkrankungen oder Unfälle oft zu Beeinträchtigungen der Ausdauer und der Belastbarkeit sowie der Handlungs- und Alltagskompetenzen. In der Therapie werden verlorengegangene Fähigkeiten auch unter zur Hilfenahme von Hilfsmitteln wieder angebahnt und trainiert. Zusätzlich wird die Ausdauer und Belastungsfähigkeit systematisch gesteigert, oft durch Förderung verschiedener Handlungsabläufe.


Bei der neuropsychologisch-orientierten Behandlung liegen Störungen der kognitiven Leistungsfähigkeit und Probleme bei der Aufmerksamkeit, Konzentration, Ausdauer, Merkfähigkeit und der Reaktion vor. Oftmals ist auch die Handlungsplanung und die Grundarbeitsfähigkeit betroffen.

In der Therapie wird durch Anwendung unterschiedlichster Übungen und Computerprogramme die Merkspanne, das Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis sowie das Reaktionstempo und die -geschwindigkeit trainiert. Zusätzlich werden Lernstrategien vermittelt und angewendet.


Bei psychischen Beeinträchtigungen ist oft der Antrieb und die Motivation betroffen und dadurch kommt es zu Problemen, sich auf neue Aufgaben einzulassen. Außerdem ist unter anderem die Kontaktaufnahme, die Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie die Selbsteinschätzung beeinträchtigt.

In der Ergotherapie soll durch Vermittlung von Erfolgserlebnissen das Selbstvertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit, das situationsbedingte Verhalten, der Antrieb und die Motivation gestärkt werden. Zusätzlich kommt es aufgrund der Beeinträchtigungen teilweise zum Verlust der Tagesstruktur und zu Rückzugstendenzen. Hier soll die Eigenverantwortung gestärkt und die Grundarbeitsfähigkeit wieder hergestellt werden.


Bei der ergotherapeutischen Behandlung kommen die unterschiedlichsten Behandlungsverfahren oder gestalterische Techniken zur Anwendung, um die gestellten Ziele zu erreichen. Außerdem finden Beratungen statt, wie diese Therapieinhalte sinnvoll in den Alltag integriert werden können. Zusätzlich werden Fördermaßnahmen für den häuslichen Bereich besprochen und deren Umsetzung wird umfassend angeleitet.